Zum Vatertag: Sextipps für junge Papas

Oh, ich kann es nicht mehr hören. Ständig dieses Gejammer junger Väter ob ihrer akuten sexuellen Unterversorgung. Aber ich bin ja eine große Freundin pragmatischer Lösungen anstelle grundsätzlicher Beziehungsdiskussionen. Also Jungs, hier ist mein Geschenk zum Vatertag für euch. Die drei ultimativen Strategien für mehr Sex trotz kleiner Kinder.

Strategie Nr. 1 Lass das Weib mal schlafen.

Klingt banal, ist auch so. Eine kleine gemeine Umfrage unter den jungen Müttern in meinem Umfeld hat ergeben, dass nicht wenige Väter sich damit trotzdem schwer tun. So bitter das an einem Sonntagmorgen schmecken mag: Grundvoraussetzung für eine paarungswillige Frau ist das sie beim Anblick eines Bettes nicht bloß denkt „Oh Gott, lass mich schlafen, einfach nur schlafen, bitte, bitte, schlafen.“ Es ist nämlich so: Das grundsätzliche Bedürfnis nach körperlicher Nähe ist durch ein Baby oder Kleinkind, dass den ganzen Tag an dir herumzerrt, auf dir herumspringt oder von dir herumgetragen werden will, mehr als gedeckt. Was von der Libido übrig ist, wird von Müdigkeit und Erschöpfung aufgefressen. In der ersten Zeit mit Kind träumte ich schon gar keine feministischen Träume mehr von „einem Zimmer für mich allein“ (Virginia Woolf, ein Klassiker, ist aber egal) – sondern nur noch von einem Bett für mich allein. King Size, nur für mich. Mit frischen duftenden Laken, ohne Milch- oder Sabberflecken, ohne Kind, dass einen auf muskelschmerzende Hab-acht-Stellung knapp an der Bettkante zwang, ohne das Gefühl, da taucht jeden Moment wieder eine kleine oder große Hand aus der Dunkelheit auf, die an dir herum grapscht. Für den simplen Satz „Bleib liegen Schatz, ich mache das schon“, wäre ich zu Dingen bereit gewesen, von denen Du, lieber Mann, nicht einmal zu träumen wagst. Auch ein „Du siehst müde aus, Schatz, ruh‘ dich doch ein bisschen aus, ich gehe mit den Kindern noch eine Runde raus“, wäre mir recht gewesen. Sag mir keiner etwas gegen Dankbarkeitssex. Immer noch besser als „Herrje, ist wohl mal wieder fällig“, oder?

Strategie Nr. 2 Jag‘ das Weib vom Hof. 

Bestimmt habt ihr schon den Babysitter gebucht und euch mühsam Stunden zu zweit abgerungen, weil man in jedem Ratgeber zu lesen kriegt, wie unglaublich wichtig das ist. Was manchmal noch besser wirkt: Lass sie mal allein ausgehen. Mit ihrer besten Freundin. Cocktails schlürfen, tanzen, labern, was Frauen so tun. In 99 Prozent aller Fälle hat das die folgende Wirkung: Sie kommt angetrunken nach Hause. Dazu gehört nach einer gewissen Abstinenz dank Schwangerschaft und Stillzeit nicht viel. Ihr Blick auf Dich ist plötzlich ganz mild. Schon wegen des schlechten Gewissens. Weil sie sich nämlich gerade anderthalb Stunden bei ihrer Freundin darüber ausgelassen hat, was für ein Idiot du bist. Jetzt denkt sie plötzlich „Ach, eigentlich ist er doch ganz süß“. In ihrem Hinterkopf lodern Erinnerungen an andere, fernere Nächte. Durchtanzte, durchtrunkene, durchflirtete Nächte. An gierige Finger, mit denen ihr euch die Klamotten vom Leib gezerrt habt, noch bevor die Wohnungstür richtig ins Schloss gefallen war. Bingo.

Strategie Nr. 3 Brich einen Streit vom Zaun.

Diese Strategie ist zugegeben etwas riskant. Kann auch nach hinten losgehen, verlangt ein bisschen Nehmerqualitäten. Nur was für echte Männer und Spieler, würde ich sagen. Also: So eine junge Mutter ist in der Regel voll mit unterdrückten Aggressionen, insbesondere wenn das Kind kein Säugling mehr ist. Kleinkinder haben ein unfassbares, Nicht-Eltern kaum zu vermittelndes Talent einen in Rage zu bringen. Gern auch mal zwölf Stunden am Tag. Nun gilt unter uns Mittelschicht-Mamas Herumbrüllen und Draufhauen als erzieherisches Totalversagen. Was bleibt? Richtig! Eine mühsam beherrschte Frau und ein Wutballon von beachtlichen Ausmaßen. Musst Du nur anpiksen. (Komm schon, du weißt, wie das geht. Kennst sie doch lange genug. Schaffst Du ohne Absicht doch auch). Auf den Streit folgt im Idealfall, der – na?- Versöhnungssex, genau. Also der beste von allen. Mit diesem letzten bisschen an Aggression und dem gleichzeitigen Wunsch die Nähe wieder herzustellen. Hach. Für andere Folgen als den Idealfall ist die Schreiberin nicht haftbar zu machen.

Und noch einen Hinweis am Rande: Es gibt ein Hindernis, dass Herren meiner Meinung nach prinzipiell unterschätzen, weil sie es schwer nachvollziehen können. Frauen, die sich nicht sexy fühlen, wollen auch kein Sex. Und für junge Mütter gibt es durchaus ein paar Gründe sich grad nicht so super-sexbombig zu fühlen. Der Schwangerschaftslädierte Körper ist nur einer davon. Keine Zeit mehr für die früher übliche Schönheitspflege zu haben ein anderer.  Mit anderen Worten: Mamas können ein paar Egostreicheleien gut vertragen. Ein Kompliment hier. Eine Berührung da. Hübsch über den Tag verteilt. Etwas das signalisiert: „Ja, ich meine Dich. Genau Dich. Ich greife nicht bloß zu, weil ich unter dieser Bettdecke grad nix anderes gefunden habe.“ Außerdem gilt die alte Weisheit: Frau nix Porsche. Kommt einfach nicht von 0 auf 100 in 5 Sekunden. Obwohl das im Alltag mit kleinen Kindern ja durchaus praktisch wäre. Vorglühen ist wichtig. Und gar nicht so schwer. Vergiss Blumen, Geschenke, langatmige Liebesbekundungen und den ganzen Hollywood-Scheiß. Ein tiefer, zweideutiger Blick hier, eine unauffällige Berührung dort, der ein oder andere Kuss, der vage nach Hintergedanken schmeckt, ohne sie auszuführen – das reicht schon. Nur immer schön über den Tag verteilen.  In Abwesenheit tut es ja ab und zu auch mal ein Anruf oder eine SMS. Du musst verhindern, dass sie ihren Körper nur noch als das Gerät betrachtet, das hier mühsam den Kopf oben hält. Du musst ihr ein kleines Teufelchen auf die Schulter setzen, dass ihr ab und zu ins Ohr flüstert: „Da war doch noch was anderes, was man mit dem Gestell machen konnte… weißt du noch?… sum sum sum“.

Für den Fall, dass dies alles nicht hilft oder jedenfalls nicht sofort, serviere ich euch hiermit noch eine Erkenntnis: Ruhig bleiben. Keine Panik. Nichts bleibt wie es ist. Auch die Flaute nicht. Irgendwann will sie bestimmt noch ein Kind 😉

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3 Gedanken zu „Zum Vatertag: Sextipps für junge Papas

  1. dieser text sollte vätern direkt bei der ersten vorsorgeuntersuchung in die hand gedrückt werden, damit sie genug zeit haben, es zu verinnerlichen. sehr sehr schön und so wahr! danke

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