Über Mennory

Mennory ist eine Wortschöpfung meines Sohnes – ihr wißt schon, dieses Spiel mit den umgedrehten Karten, bei dem man Bildpaare suchen muss. Und weil die Mama mit dem schlechten Gedächtnis dabei immer „och, menno!“ sagt, glaubt das Kind, das Spiel heißt wohl so.
Und irgendwieso fühlt sich auch gerade mein Leben an. Nichts ist da, wo es sein sollte und so, wie ich hätte haben wollen. Vor etwas mehr als drei Jahren bin ich dort aufgewacht, wo ich nie hinwollte. In einem Reihenhaus. In dem langweiligen Vorort eines noch traurigeren Provinzstädtchens.
Ich würde gern behaupten, ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber das stimmt nicht. Ich weiß genau, wo ich falsch abgebogen bin. An dem Punkt, an dem die biologische Uhr so laut tickte, dass ich meine eigenen Bedenken nicht mehr hören konnte. Ich ließ also den xten befristeten Arbeitsvertrag in meinem ansonsten sehr geliebten Job sausen und zog – schnaufend und kugelig – DEM MANN hinterher aufs Land. Dorthin wo Männer noch unbefristete Verträge kriegen und das Weibchen bestenfalls etwas dazuverdient. Und – was soll ich euch sagen – es gibt vielleicht doch ein richtiges Leben im Falschen. Und  in der Vorhölle ist es wenigstens warm. Soll heißen: Ich bin viel öfter glücklich als ich je erwartet hätte. Obwohl ich natürlich leidenschaftlich gern hadere: Mit unserer Rollenverteilung (Kategorie: Rollenprosa), dem Landleben (Kategorie: LandFrust), den unschönen Aspekten des Mutterseins (Ratschläge sind auch Schläge). Außerdem lese ich zu viel (Lesestoff) und kann sehr ausdauernd dumme Fragen stellen.
Was das alles soll? Och. DER MANN kann es halt nicht mehr hören. Und irgendwo musses doch hin. Vielleicht amüsiert das ja jemanden.
Ach ja, die Rahmendaten:
Mama (*1975), spätgebärende Akademikerin mit Teilzeitjob in der holzverarbeitenden Industrie
Papa/DER MANN (*1970), Lehrer mit Migrationshintergrund
Sohn 1 (*Januar 2009)
Sohn 2 (*November 2010)

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Ein Gedanke zu „Über Mennory

  1. Liebe Mennory,
    ich finde Dein Blog klasse. Ich finde gut, dass Du die Welt nicht so verkrampft ansiehst, sondern anscheinend viel Gutes im Menschen und der Gesellschaft. in unserer Zeit ist das leider selten. So viel Besserwisserei, Griesgrämigkeit – echt deutsch – leider.

    Lass Dir Deine positive Einstellung von den Troll-Blog-Zerreißern nicht vermiesen 🙂

    Liebe Gruß
    konallo

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